Blog-Beitrag vom 20.03.2019

Finger weg: Geschützte Markennamen und Begriffe in der Übersetzung

Stellen Sie sich vor, dass Menschen stundenlang für den neusten „Apfel“ anstehen, ihre Freunde im „Gesichtsbuch“ suchen und in „Victorias Geheimnis“ Unterwäsche kaufen.

Vielleicht ahnen Sie schon, worauf wir an dieser Stelle aufmerksam machen möchten. Im Marketingbereich ist es besonders wichtig, die Botschaft auf die Art und Weise zu übermitteln, wie Ihr Unternehmen es beabsichtigt. Ein essenzieller Bestandteil davon ist die richtige Übertragung von Marken- und Produktnamen.

Ein Artikel von

Flurina Schwendimann
Content Management, Across Systems

Im Zuge der Internationalisierung eines Produkts werden viele Inhalte angepasst, der Marken- oder Produktname meist jedoch nicht.

Namen sind Teil der Identität eines Unternehmens, mit der sich Kunden unterschiedlich stark identifizieren. In manchen Fällen wird der Markenbezug so präsent, dass die Namen in den allgemeinen Sprachgebrauch übergehen: Wir trinken Cola, wir googeln im Internet, wir kleben mit Tesa und benutzen Tempos, wenn wir erkältet sind.

Knappe Deadlines und hohe Qualität: Geht das?

In Ihrem Unternehmen gibt es darüber hinaus auch weitere Produktinformationen, die nicht übersetzt werden sollen, wie zum Beispiel Produktbezeichnungen, -nummern oder -modelle, die aus verschiedenen Datenbanken stammen können (Webshop, Warenwirtschaftssystem, PIM-System, CMS …).

Die Marketingbranche ist schnelllebig und die Time-to-Market neuer Produkte wird immer kürzer, dementsprechend werden auch die Deadlines von Übersetzungen knapper.

Moderne Translation-Management-Systeme​​​​​​​ (TMS) zielen deswegen darauf ab, den Übersetzungsoutput bei gleichbleibender Qualität zu erhöhen. Um dies zu erreichen, können mit einem TMS die Übersetzungen von allen Sätzen und Fachbegriffen gespeichert werden. Die Übersetzer haben darauf Zugriff und können somit Zeit sparen.

Eine weitere Möglichkeit ist, bestimmte Begriffe von vornhinein von der Übersetzung auszuschließen. Im Across Language Server kommen dabei die sogenannten Placeables ins Spiel.

Die Marketingbranche ist schnelllebig und die Time-to-Market neuer Produkte wird immer kürzer.

Die Placeables im Across Language Server

Als Placeables werden alle Informationen bezeichnet, die im Vorfeld einer Übersetzung gespeichert werden und dementsprechend im Quelltext markiert erscheinen. Placeables können inhaltlich nicht bearbeitet werden und müssen vom Übersetzer im Zieltext eingefügt werden.

Mit Placeables können Sie nicht nur Ihre Marken- und Produktnamen „schützen“, sondern auch ganze Querverweise, Seitenzahlen, Produktnummern, Keywords, Visual XML-Elemente oder Indexeinträge von IDML-Dokumenten. Der reguläre Ausdruck, also der im Placeable enthaltene Text, kann beliebig lang sein. Somit können Sie bei Bedarf auch ganze Slogans für die Übersetzung sperren.

Auch bei der Lokalisierung von Apps unterschiedlicher Betriebssysteme (z. B. Android und Apple iOS) kann die Funktion einen Vorteil bieten, da alle Platzhalter (wie z. B. %s, %d, %1$s oder %2$d) in Placeables umgewandelt werden können. Nach Fertigstellung des Auftrages werden sie wieder in die entsprechenden Platzhalter konvertiert. Es wird somit verhindert, dass unbemerkt Fehler in die Übersetzung eingefügt werden, die zu langen Korrekturschleifen und somit zu Zeitverlusten führen.

Während der abschließenden Qualitätssicherung wird immer geprüft, ob alle Placeables verwendet und ob sie in der richtigen Reihenfolge eingefügt wurden.

Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass Placeables nicht mitgezählt und daher nicht abgerechnet werden. Die Verwendung von Placeables ist also für alle eine Win-Win Situation: Sie sparen Geld und der Übersetzer Zeit, da er nicht recherchieren muss, ob ein Produktname angepasst oder übersetzt werden soll. Außerdem wird die Qualität Ihrer Übersetzungen erhöht, da dem Übersetzer, zum Beispiel bei der Übertragung von Produktnummern, weniger Fehler unterlaufen können.

Mit der Verwendung von Placeables sparen Sie Geld und der Übersetzer Zeit, da er nicht so viel recherchieren muss.

Die Ausnahmen bestätigen die Regel

Es gibt natürlich Ausnahmen, da Markennamen manchmal je nach sprachlichem, rechtlichem oder kulturellem Kontext an den Zielmarkt angepasst werden.

Zum Beispiel heißt Rexona in Großbritannien Sure, in den USA Degree und in Japan Rexena. Die Marke, die in den meisten Ländern anders heißt, ist Langnese. In Österreich heißt sie Eskimo, in Spanien Frigo, in Mexiko Holanda und in den Niederlanden Ola, um nur ein Paar Beispiele zu nennen.

Trifft dies auch auf Ihr Unternehmen zu, können Sie mithilfe eines Terminologiesystems die Benennungen in den verschiedenen Sprachen speichern. Dies erhöht die Textkonsistenz und verringert die Bearbeitungszeit seitens des Übersetzers. Weitere Informationen finden Sie in unserem kostenlosen White Paper Terminologieworkflows - Auf dem Weg zu mehr Konsistenz.

Ein Terminologiesystem erhöht die Textkonsistenz und verringert die Bearbeitungszeit seitens des Übersetzers.

Möchte Ihr Unternehmen einen neuen Markt erschließen, sollte der Content an die Gegebenheiten des Ziellandes angepasst werden. Im Artikel „Mit Lokalisierung im E-Commerce richtig durchstarten“ erfahren Sie, auf was Sie bei der Internationalisierung Ihrer Produkte achten sollten.

Mittlerweile gibt es Myriaden von Software-Tools, die Redakteuren, Übersetzern und Lektoren dabei helfen, besser und produktiver zu arbeiten. Aber die technischen Hilfsmittel, seien es Translation Memorys, Terminologiedatenbanken, Qualitätssicherungstools oder Autorenunterstützungen, bringen alle nichts, wenn der eigentliche Übersetzer Ihren Qualitätsansprüchen nicht gerecht wird.

Worauf es bei der Suche eines geeigneten Übersetzers ankommt und wie Sie ihn finden, lernen Sie in unseren Artikeln „Der passende Übersetzungspartner: Sprachdienstleister finden und freiberufliche Übersetzer finden“.