Blog-Beitrag vom 28.01.2019

6 Gründe für das Update auf die ATE v7

Gut drei Jahre lang gab es die Across Translator Edition (ATE) in der Version 6.3. Nun hat Across mit der ATE v7 eine neue Version mit umfassenden Änderungen herausgebracht. Ich hatte im letzten Quartal 2018 bereits die Möglichkeit, die ATE v7 ausgiebig zu testen.

Ich habe sechs der wichtigsten Punkte herausgegriffen, warum sich meiner Meinung nach das Update auf die ATE v7 für Übersetzerinnen und Übersetzer lohnt.

Ein Artikel von

Andreas Rodemann
Trainer Across Translator Edition

1. Überarbeitete Systemeinstellungen und Benutzereinstellungen

In meinen Schulungen zur ATE habe ich immer wieder festgestellt, dass Anwendern die Unterscheidung zwischen Systemeinstellungen und Profileinstellungen nicht immer klar war. In der ATE v7 heißen die Profileinstellungen nun Benutzereinstellungen, was meiner Meinung nach sehr viel eindeutiger ist und weniger Verwirrung auslösen wird.

Außerdem hatten Anwender hin und wieder mit verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten in den Systemeinstellungen und den Profileinstellungen in den Versionen ATE v6.3 und älter zu kämpfen. Manchmal mussten Einstellungen an beiden Stellen vorgenommen werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Damit ist nun Schluss. Die Abschnitte crossTank und crossTerm in den Profileinstellungen wurden in den Benutzereinstellungen komplett entfernt. Einige der Einstellungen dort wurden in die Systemeinstellungen integriert, sodass Einstellungen nur noch an einer Stelle vorgenommen werden müssen.

2. Mehrere Aufgaben gleichzeitig öffnen

Ein lang gehegter Wunsch von Anwendern, der in der ATE v7 umgesetzt wurde, ist das gleichzeitige Öffnen mehrerer Aufgaben. Dies erleichtert die Bearbeitung vieler kleinerer Dateien in einem Rutsch, wodurch es erheblich einfacher wird, Konsistenz über Dateigrenzen hinweg zu wahren. Außerdem ergibt sich dadurch ein Zeitvorteil, da nicht immer wieder Aufgaben geschlossen und geöffnet werden müssen. Das gemeinsame Öffnen mehrerer Aufgaben funktioniert, solange

  • alle Dateien vom selben Dateityp sind (z. B. nur Word-Dateien, nur XML-Dateien etc.);
  • alle Aufgaben vom selben Aufgabentyp sind;
  • alle Aufgaben denselben Workflow aufweisen;
  • alle Aufgaben dieselbe Sprachkombination aufweisen;
  • alle Aufgaben demselben Kunden zugeordnet sind, also dasselbe Relations-Attribut haben.

Alle Aufgaben, die gleichzeitig mit der ausgewählten Aufgabe geöffnet werden können, werden durch ein „+“-Symbol gekennzeichnet und können mit der Tastenkombination Strg+Mausklick ausgewählt und geöffnet werden.

3. Kommentarfunktion

In der Vergangenheit haben viele Kolleginnen und Kollegen angemerkt, dass das Anlegen eines Kommentars zu einem Absatz zu umständlich sei. Das wurde wesentlich vereinfacht. Die Kommentare werden jetzt in einem eigenen Fenster angezeigt, das sich standardmäßig rechts unten in crossDesk befindet.

An der gleichen Stelle wird auch die Änderungshistorie des jeweiligen Absatzes angezeigt. Auf Wunsch kann für den betreffenden Absatz ein früherer Zustand wiederhergestellt werden.

Mit einem einfachen Mausklick in das Kommentarfeld können nun ganz einfach ein oder mehrere neue Kommentare eingefügt werden.

4. Neue Qualitätssicherung

Die wohl umfangreichste und sehr vielversprechende Änderung findet sich jedoch in der Qualitätssicherung. Diese wurde komplett neugestaltet. Im Qualitätssicherungsmodus werden die Fehler für den aktuellen Absatz angezeigt. Bestimmte Fehler können dann automatisch, d. h. nach Klicken auf eine Schaltfläche oder Drücken einer Taste, korrigiert werden.

Der Qualitätssicherungsmodus (nächster/vorheriger Fehler, Korrigieren, Fehler ignorieren) ist vollständig per Tastatur steuerbar. Weggefallen ist auch die Unterscheidung zwischen Fehler überspringen und Fehler ignorieren. Auch diese Unterscheidung hat immer wieder zu Verwirrung geführt, insbesondere bei Pflichtkriterien. Im ersteren Fall bearbeitete der Anwender vermeintlich den Fehler und befand ihn nicht für korrekturpflichtig, der Fehler wurde aber weiterhin als solcher angezeigt. Es gibt jetzt nur noch die Option Fehler ignorieren.

In den Systemeinstellungen können verschiedene Qualitätssicherungseinstellungsvorlagen angelegt werden. In diesen Vorlagen kann festgelegt werden, welche Qualitätskriterien geprüft oder nicht geprüft werden sollen und welche Pflichtkriterien sind.

Wer sich mit der neuen Qualitätssicherung noch nicht so richtig anfreunden kann, kann in den Projekteinstellungsvorlagen festlegen, dass weiterhin die Qualitätssicherung nach ATE v6.3 vorgenommen wird.

Diese Option wurde für eine Übergangszeit eingebaut und wird irgendwann verschwinden. Mein Tipp hier ist also, sich die Qualitätssicherung nach ATE v7 beizeiten anzuschauen und sich damit anzufreunden.

5. Einbindung von maschineller Übersetzung

Auch die Einbindung von maschineller Übersetzung (MÜ) in Across wurde angepasst. Die Überarbeitung ist dabei so umfassend, dass die Einstellungen aus der ATE v6.3 nicht in die ATE v7 übernommen werden. Die folgenden MÜ-Systeme sind in Across vorgegeben und können mit den entsprechenden Informationen konfiguriert werden:

  • DeepL
  • SYSTRAN
  • Google Translate
  • KantanMT
  • Moses

6. Überarbeitete Standardlayouts

Auch Übersetzerinnen und Übersetzer arbeiten zunehmend mit hochauflösenden und z. T. auch großen Monitoren. Das Layout alle Module in Across wurde nun auf eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel optimiert.

Hinweis zur Across Personal Edition

Alle, die noch mit der Across Personal Edition (APE) v6.0 oder älter arbeiten und umsteigen möchten: Die APE v6.0 wird seit 2017 nicht mehr unterstützt, alle älteren Versionen schon länger nicht mehr.

Meine offizielle Empfehlung ist, nicht einfach von einer Version APE v6.0 oder älter direkt auf die ATE v7 umzusteigen. Versionen, die älter als die ATE v6.0 sind, sollten deinstalliert werden, um anschließend die neue Version zu installieren. Vor dem Update von der ATE v6.0 auf die ATE v7 sollte die ATE v6.3 installiert werden. Bei Fragen zu diesem Vorgang, können Sie sich an den Across-Support wenden.

Sie sollten vor jedem Update eine Datensicherung machen. Zusätzlich empfehle ich einen crossTank- und einen crossTerm-Export. Ich habe in meinen Beta-Tests zwar keinen Datenverlust feststellen können, aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail.