Qualitätssicherung Softwarelokalisierung (QM v6.3)

Mit Hilfe von QM-Kriterien wird gewährleistet, dass die lokalisierten Windows- oder .NET-Ressourcen nach der Lokalisierung weiterhin einwandfrei funktionieren. Wenn beispielsweise im Quelltext der Platzhalter %s enthalten ist, dieser aber im Zieltext fehlt, sind Probleme bis hin zu Abstürzen der Anwendung möglich.

Die QM-Kriterien prüfen während der Bearbeitung im crossDesk kontinuierlich, ob QM-Fehler vorliegen. Diese werden ggf. in der QM-Ansicht der crossView (icn_cDesk_cView_qmv63) angezeigt und können dort gezielt korrigiert werden. Zudem werden alle QM-Fehler bei Abschluss einer Aufgabe in einer Übersicht angezeigt.

  • Die folgenden QM-Kriterien stehen Ihnen jeweils für Windows- und .NET-Ressourcen zur Verfügung:
  • Angrenzende Whitespaces: Überprüft die konsistente Verwendung von Whitespaces am Anfang und Ende eines Absatzes.
  • Unterschiedliche Dateiendung: Überprüft die konsistente Verwendung von Dateiendungen wie z. B. *.exe. Das Kriterium berücksichtigt alle Dateiendungen, in denen als Bestandteil *. enthalten ist, also neben *.exe z. B. auch *.RESOURCE.
  • Hotkey: Überprüft einerseits, dass Hotkeys (z. B. Alt&D zum Öffnen des Menüs Datei) in Dialogen und Menüs vergeben wurden und andererseits, dass diese nicht doppelt verwendet wurden.
  • Überschneidung bei Steuerelementen: Überprüft, ob sich Steuerelemente (z. B. Buttons) überschneiden oder ob sich diese mit einem Gruppenfeld (Bereich eines Dialogs, der mehrere Steuerelemente enthält) überschneiden.

    Wenn im Quelltext bereits eine Überschneidung vorliegt und wenn diese Überschneidung auch im Zieltext bestehen bleibt, weist das QM-Kriterium keinen Fehler aus, da Überschneidungen im Quelltext meist beabsichtigt sind und daher auch in Bezug auf Überschneidungen im Zieltext ignoriert werden sollen.

  • Attention

    Die Prüfung des Kriteriums ist bei .NET-Ressourcen ist nur möglich, wenn darin Angaben zu Größe und Position der Steuerelemente enthalten sind, also nicht per Layoutdefinitionen (z. B. per AutoSize- oder AutoPosition-Befehl) definiert wurden.

  • Platzhalter: Überprüft die so genannten printf-Platzhaltern wie z. B. %d, %s (bei Windows-Ressourcen) bzw. {1}, {2} etc. (bei .NET-Ressourcen) auf ihre Korrektheit hin. Das QM-Kriterium prüft dabei:
    • die Korrektheit der Platzhalter an sich, z. B. %d im Quelltext vs. %s im Zieltext.
    • die korrekte Anzahl der Platzhalter, z. B. %d %s im Quelltext vs. %d im Zieltext.
    • die korrekte Reihenfolge der Platzhalter, z. B. %d %s im Quelltext vs. %s %d im Zieltext.
  • Tipp

    printf-Platzhalter können beispielsweise in Status- und Fehlermeldungen enthalten sein und stehen für bestimmte Inhalte wie z. B. Zahlen (Anzahl von Benutzern) oder Namen (Name einer Datei), die sich aus der Auswahl oder Interaktion des Benutzers ergeben. Die Platzhalter werden während des Programmablaufs dynamisch durch die zu diesem Zeitpunkt gültigen Werte oder Bezeichnungen ersetzt. In der Fehlermeldung „Das Dokument %s kann nicht geöffnet werden.“ steht der Platzhalter %s z. B. für einen Dateinamen. Während der Verwendung des Programms wird der Platzhalter durch den Namen der Datei, die nicht geöffnet werden kann, ersetzt.

  • \n-Zeichen in String-Tabellen (nur bei Windows-Ressourcen): Überprüft die konsistente Verwendung des \n-Zeichens in String-Tabellen.
  • Attention

    Das \n-Zeichen kann in String-Tabellen zum einen die Funktion eines Zeilenumbruchs haben. Ist das Zeichen z. B. aufgrund eines kürzeren zielsprachlichen Textes nicht nötig, kann es weggelassen werden, ohne die Funktionsweise der entsprechenden Software zu beeinflussen. Zum anderen kann in String-Tabellen aber auch Statusleisten-Text enthalten sein, der von dem Text gefolgt wird, der im dazugehörigen Tooltip steht. Getrennt werden beide Texte durch das \n-Zeichen. In diesem Fall hat das Zeichen also nicht die Funktion eines Zeilenumbruchs, sondern fungiert als Abgrenzer zwischen Statusleisten-Text und dem entsprechenden Tooltip. Das \n-Zeichen muss in diesem Fall auch in der Übersetzung vorkommen, um zu gewährleisten, dass die entsprechende Software korrekt arbeitet.

  • Textgrenze: Kontrolliert, dass der Text innerhalb eines Steuerelements (z. B. ein Button) nicht breiter als das Steuerelement selbst ist.